Schützen Sie Ihre Kinder (Vorschulalter)
Für den Schutz eines Kindes im Vorschulalter sind ausschliesslich
die Eltern oder Erziehungsberechtigten verantwortlich. Dieser Verantwortung
können sie sich nicht entziehen. Kinder im Vorschulalter müssen
spielen und lernen können in einer Umgebung, in der sie sich sicher
und geborgen fühlen. Eine solche Umgebung trägt zum Sicherheitsgefühl
bei. Kinder müssen sich darauf verlassen können, dass Eltern
und Erziehungsberechtigte für die nötige Aufsicht sorgen,
damit sie aufwachsen und reifen können. Laut Erikson, einem
bekannten Theoretiker, sind Vertrauen, Unabhängigkeit und Intitiative
entscheidend für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung.
Sobald das Kind sich in den durch sein Zuhause und die Schule auferlegten
Zwängen sicher fühlt und einige Grundkenntnisse in Unabhängigkeit
und Überlebenskunst erlangt hat, muss es auf die unsichere Welt vorbereitet
werden. Das Gefühl des Kindes für seine persönliche Macht
wird zusätzlich gestärkt durch Übungen wie Entscheidungen
treffen, Geschicklichkeitsübungen und das Bestätigen/Loben guter
Entschlüsse. Solche Fähigkeiten sind erforderlich, um in einer
eventuellen Gefahrensituation überlegt und somit gut zu reagieren.
Studien haben ergeben, dass Kinder im Vorschulalter in bedrohlichen Situationen
eher ein unpassendes Verhalten zeigen.
Da die Hauptverantwortung für Kinder im Vorschulalter bei den erwachsenen
Erziehungsberechtigten liegt, finden Sie nachstehend einige Richtlinien,
die Ihnen dabei helfen können:
1. Überprüfen Sie gründlich die Personen, die Ihre Kinder
betreuen. Kleine Kinder können die Absichten der Erwachsenen nicht
einschätzen.
2. Loben und bestätigen Sie Entscheidungsfähigkeit. Sprechen
Sie über gute und schlechte Entscheidungen, deren Auswirkungen und
schlagen Sie Alternativen vor. Beispiel: "Es war keine gute Entscheidung,
aus deinem Garten wegzulaufen und im Park spielen zu gehen. Komme nächstes
Mal zu mir und frage mich, dann gehe ich mit dir in den Park spielen."
3. Mutigen Sie Ihr Kind dazu an, alltägliche Entscheidungen zu
treffen wie z.B. welches Buch es lesen, welchen Pullover es anziehen oder
mit welchen Spielsachen es spielen möchte.
4. Bringen Sie Ihrem Kind frühzeitig die Gesellschaftsregeln bei.
Die Grosseltern zu umarmen und mit einem Kuss zu begrüssen ist wichtig,
aber solche Gesten sind Fremden gegenüber nicht angebracht. Unterstreichen
Sie, dass es durchaus nicht gegen die Regeln verstösst, wenn es höflich
sagt: " Ich möchte nicht hochgehoben und gedrückt und geküsst
werden!"
5. Lehren Sie Ihre Kinder, auf öffentlichen Plätzen nicht
davonzulaufen. Bestrafen Sie es hart, falls das passiert und sprechen
Sie mit ihm über die Folgen. Vergessen Sie nicht, dass Kinder, die
in die Aktivitäten einbezogen oder beschäftigt sind, eher bei
Ihnen bleiben. Nehmen Sie Lektüre oder Spielsachen mit oder lassen
Sie das Kind die Einkäufe in den Einkaufswagen legen.
6. Lassen Sie es die Angaben auswendig lernen, die in einem Notfall
erforderlich sind: Name, Adresse, Telefonnummer, Arbeitgeber der Eltern
oder der Kinderkrippe/der Tagesmutter, usw. Kleine Kinder lernen und
behalten diese Angaben nicht so schnell, daher sollten Sie sie oft und
mit Geduld und Ausdauer wiederholen.
7. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über "Sichere Häuser"
in Ihrer Nachbarschaft. Machen Sie hin und wieder einen Spaziergang mit
Ihrem Kind, damit es mit der Umgebung vertraut wird.
8. Zeigen Sie Ihrem Kind Liebe und Zuneigung. Wenn es das Gefühl
von ehrlicher Liebe kennt, kann es leichter unerwünschte Annäherungsversuche
erkennen.
9. Lassen Sie niemals ein kleines Kind unbeaufsichtigt in einem Auto
zurück, selbst nicht, wenn das Auto abgeschlossen ist. Es sind schon
Kinder in einem abgeschlossenen Auto durch Feuer oder Einatmen von Gasen
umgekommen. Wurden entführt beim Diebstahl eines Autos. Oder öffneten
die Autotür und liefen weg.
10. Vertrauen Sie Ihr Baby oder Kleinkind niemals einer Person an, die
Sie nicht gut kennen, und sei es nur um Ihr Kind eben mal zu halten oder
einige Minuten zu beaufsichtigen. Das könnte gefährlich sein.
Kurzum: eine sichere und anregende Umgebung für ein Kind schaffen,
verlangt unentwegte elterliche Führung und Ausicht.
Englischer Originaltext von Dr. Marlene Dalley Senior Research and
Programs Developer RCMP Missing Children's Registry, zur Verfügung
gestellt von The RCMP Missing Children's Registry
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